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2010

 

NEUJAHRSEMPFANG 2010

am Samstag, den 16.Januar 2010, 16 h

in der Aula der Eberhard-Gothein-Schule

 

Am Samstag, den 16. Januar fand der traditionelle Neujahrsemfang des Bürger- und

Gewerbevereins östl. Innenstadt e.V. statt.

Mit einem kurzgefassten Rückblick auf Vergangenes und Ausblick auf Zuküftiges begrüsste der

erste Vorsitzende des Vereins Christian Freund  die zahlreich erschienenen Gäste in der fast

gänzlich gefüllten Aula der Eberhard-Gothein-Schule.

 

Christian Freund 1.Vorsitzender des Vereins

 

Frau Helen Heberer, MDL sprach das Grusswort für die Stadt Mannheim.

 

Helen Heberer, MDL

 

Polizeioberrat Joachim Scholl, der Leiter des Polizeireviers Innenstadt in H 4 konnte freudig

berichten, dass die Kriminalitätsrate in der Innenstadt um ca 30 % gesunken sei.

Aufmerksam sollen sich die Bürger unserer Stadt an die Polizei, den Kommunalen Ordnungsdienst

oder unseren Verein wenden, sollten Ihnen irgendwelche Unannehmlichkeiten wiederfahren.

 

Polizeioberrat Joachim Scholl,

Leiter des Innenstadtreviers

 

Nadja Wersinski, die Quartiermanagerin erläuterte anhand einer Powerpointpräsentation die

vergangenen 10 Jahre und lud zugleich zu einer Veranstaltung zum 10jährigen Jubiläum

am 20. Februar in der Aula der Eberhard-Gothein-Schule ein.

 

Nadja Wersinski

Quartiermangerin

 

Rosemarie Schwarz sprach für den Herschelbad-Förderverein das Grusswort und betonte, dass nur

durch gute Zusammenarbeit und intensives Miteinander mit Stadtverwaltung und Vereinen man

weiterkomme.

 

Rosemarie Schwarz

Herschelbad Förderverein

 

Am reichhaltigen Buffet und den besonders schönen Gewinnen der diesjährigen Tombola 

konnten sich die Gäste erfreuen.

Hans Jürgen Kühn intonierte einfühlsame Weisen am Flügel. Besonderer Dank auch an Frau

Gisela Frank und die Leitung der Eberhard Gothein Schule, die uns wieder einmal die

Gelegenheit gab, die wunderschönen Räumlichkeiten der Aula zu nutzen. Weiterer Dank an unsere

Vereinsmitglieder Familie Rockenfeller-Gehenn, Frau Niedermeier, Frau Sohns und Herr Englert

für Ihre Unterstützung bei den Vorbereitungen.

 

Reichhaltiges Buffet und Tombolagewinne

 

Blick in den Gastraum

 

 

2009

 

Rückblick Neujahrsempfang 2009

Liebe Freunde der östlichen Unterstadt,

an dieser Stelle möchten wir uns herzlich für die rege Beteiligung und das grosse Interesse am ersten gemeinsamen Neujahrsempfang des Bürger- und Gewerbevereins östliche Innenstadt e.V., der Geschichtswerkstatt Innenstadt e.V. und des Quariermanagements am vergangenen Samstag, den 17. Januar 2009 in der wunderschönen AULA der Eberhard-Gothein-Schule bedanken.

Die Vielzahl der Vertreter des Stadtrates, Helen Heberer (MDL), Volker Beisel, Matthias Meder, Pantelis Nikitopolus, Wolfgang Raufelder, Ulrich Schäfer, Dr. Gerhard Schäffner und Roland Weiß sowie fast sämtlicher Bezirksbeiräte der Innenstadt bewiesen, dass bei der Umsetzung gemeinsamer Projekte Hand in Hand gearbeitet werden kann.

In einem anschaulichen Vortrag stellte Herr Freund die Geschichte des Quadrates R3 dar.

Frau Weber vom Bürger- und Gewerbeverein und Frau Wersinski erläuterten mit Hilfe einer Power Point Präsentation die gemeinsamen Projekte für 2009. Frau Rosemarie Schwarz grüsste im Namen des Herschelbad Fördervereins e.V..

Leckere Speisen und guter Kallstadter Wein und Sekt rundeten den Nachmittag ebenso ab, wie die wunderschöne musikalische Untermalung für die unser Mitglied Hans-Jürgen Kühn am Bechstein-Flügel sorgte. Bei der grossen Tombola griffen alle Anwesenden zu und unterstützen unseren Verein durch Loskauf. Gestättigt und im Bewusstsein, dass Ihre Anliegen bei uns in guten Händen sind konnten wir alle den Samstag Abend gemeinsam ausklingen lassen.

Wir möchten uns an dieser Stelle noch besonders bei der Leitung der Eberhardt-Gothein-Schule, bei Herrn Kühn für die schöne Musik, den Damen Frau Heuchert, Frau Sohns, Frau Kapf, Frau Weber und Frau Ibric-Noppenberger sowie den Herrn Freund, Kirchgässner und Teutsch für Ihre Hilfe und Unterstützung bedanken.

Wir hoffen Sie bleiben uns treu und wir dürfen Sie im kommenden Jahr bei guter Gesundheit wieder begrüssen.

Ihr

Bürger- und Gewerbeverein östliche Innenstadt e.V.

 

Impressionen des Empfangs:

 

    

 

    

 

   

(Fotos von  Nadja Wersinski und Christian Freund)

 

 

Rückblick Vortrag "Sauberkeit in den Quadraten" am Donnerstag, 12.03.2009

 

In einem anschaulichen Vortrag schilderte uns Herr Knon anhand einer Powerpointpräsentation die Abläufe beim Amt für Abfallwirtschaft, Kontaktdaten und Verbesserungsvorschläge wurden ausgetauscht. Mehr dazu hier demnächst.

 

Rückblick Vortrag "Sicherheit in Mannheims Strassen, Donnerstag 18.06.2009

 

Der Leiter des Reviers Mannheim Innenstadt H 4, Herr Scholl und Herr Adler haben uns einen umfassenden Einblick über die Organisation, die finanzielle Problematik sowie für Möglöichkeiten zur Aufklärung strafbarer Handlungen gegeben. Die Statistik zeigte deutlich, dass die Straftane in Mannheims Innenstadt rückläufig sind. Anhand einer hervorragend gestalteten Polizei-Statistik wurde uns dies anschaulich gemacht. Herr Adler notierte dei Wünsche und Anregungen der Teilnehmer der Veranstaltung.

Nur wenn Straftaten gemeldet werden, können diese auch bekämpft werden. Deshalb hier nochmals die Rufnummern des Innenstadtreviers 12 580 sowie die Notrufnummer 110 sowie den Ansprechpartner bei Wohnunsgeinbruchsprävention Herrn Heimburger im Polizeipräsidium L 6 die Nummer lautet 174 3010.

 

Rückblick Vortrag "Mannheim und Kurpfalz werden badisch" Donnerstag 24.09.2009

 

Hier wird der Vortrag nochmals schriftlich zum nachlesen wiedergegeben:

 

Mannheim und die Kurpfalz werden Badisch!

 

(Vortrag von Christian Freund gehalten bei der Geschichtswerkstatt Mannheim-Innenstadt e.V. und dem Bürger- und Gewerbeverein Mannheim

östliche Innenstadt e.V. am 24. September 2009)

 

Die alte Kurpfalz im 18.Jahrhundert

Um die Erwerbung der rechtsrheinischen Besitzungen, also einem grossen Teil der Pfalz mit der Haupt- und Residenzstadt Mannheim durch Baden zu beleuchten, bedarf es einen kurzen Rückblick auf

die letzten Jahrzehnte des 18.Jahrhunderts.

Revolutionswirren herrschten in Frankreich und diese sollten in den folgenden Jahren das Leben in unserer Heimat stark beinträchtigen.

In Paris regierte nur noch dem Namen nach König Ludwig XVI. und Königin Marie Antoinette.

(

 

Die Staatsgeschäfte wurden bereits von einer revolutionär eingesetzten Regierung geführt.

Kurfürst Carl Theodor von Pfalz-Bayern

Kurfürst Carl Theodor von Pfalz-Bayern unser Landesherr lebte seit 1778 in München und seine Gemahlin die Kurfürstin Elisabeth Auguste abwechselnd in ihrem Schloss in Oggersheim, Schwetzingen oder zu grossen Empfängen im Mannheimer Residenzschloss.

Markgraf Carl Friedrich von Baden residierte in Karlsruhe.

Carl Friedrich von Baden als Markgraf

Bereits 1789, am 4.August begannen Verhandlungen mit Frankreich, da Baden seiner Hoheitsrechte in den linksrheinischen Besitzungen der Herrschaft Rodemacher und dem Amt Beinheim beraubt wurde.

Bei dem hier entstandenen Rechtstreit vertrat der Schwager Goethes, der geheime Staatsrat Schlosser die Badischen Interessen. Er schlug vor rechtsrheinische Besitzungen Strassburgs, wenn notwendig auch mit finanzieller Unterstützung für Baden zum Ausgleich zu erwerben.

Baden befand sich anhand seiner geografischen Lage in einer prekären Situation.

Das alte Baden

Am 21. September 1792 schloss sich Baden der Liga Preussen-Österreich an. Ein halbes Jahr später erfolgte die Kriegserklärung an Frankreich. Am 5. April 1795 schloss Preussen einen Separatfrieden mit Frankreich zu Basel. Nun wollte sich diesem Friedensansuchen Baden auch nicht länger entziehen. Im Kabinett des Markgrafen trug Minister Georg Ludwig von Edelsheim vor, dass der Friede die einzige Möglichkeit sei um grösseren Schaden vom Land abzuwenden und somit wurde Freiherr Sigismund Karl Johann von Reitzenstein mit den Friedensverhandlungen beauftragt.

Reitzenstein

Reitzenstein war Vogt von Rötteln und Lörrach und von seiner Prägung her ein Kind des 18.Jahrhunderts, er sollte jedoch in den folgenden Jahren für Baden eine bedeutende Rolle spielen, denn der Markgraf selbst, Edelsheim und Reizenstein lenkten die Geschick des Landes.

In Paris angekommen erkannte Reitzenstein sofort, dass „das gänzlich unnütze Zartgefühl“ Edelsheims bei den zu führenden Verhandlungen nicht angebracht waren.

Das Reich Napoleons

Die französische Republik bot als einzige Entschädigung das bislang zu Strassburg gehörende Amt Ettenheim an, worauf Reitzenstein an den Markgrafen schrieb:

 

„Unter diesen Umständen glaube ich keinen besseren Weg einschlagen zu können, als im Gegensatz des jenseitig unverhältnismäßig geringen Anbietens eine ebenso unverhältnismäßig hohe Anforderung zu machen, damit sodann durch beidseitiges Marchandieren (Handeln) doch ein halbwegs leidliches Medium herauskomme“

 

Reitzensteins Forderungen auf Entschädigungen für die linksrheinischen Verluste gingen ein gutes Stück über das hinaus, was in den geheimen Instruktionen der badischen Regierung stand.

Der französische Minister des Auswärtigen Delacroix sah diese als sehr übertrieben an.

Das diese hohen Forderungen jedoch zu dem Ziel führten, dass die französische Regierung wesentlich mehr als ursprünglich angeboten zugestand und sich im Seperatfriedensvertrag vom 22.August 1796  verpflichte, reichlich Entschädigung für Baden beim künftigen Reichsfrieden einzuhalten war allein Reitzensteins Verdienst.

Es sollte jedoch noch über ein Jahr, bis zum 15.Dezember 1797 dauern, bis der Friedensvertrag geschlossen wurde.

Diese Verzögerungen entstanden dadurch dass Markgraf Carl Friedrich von Baden zunächst nicht Kehl als Reichsfestung ausliefern wollte, genau so wenig wie die Gesamthoheit Frankreichs über den Rhein anerkennen. Denn sonst wäre er nur ein Vasall und Tributär Frankreichs.

Eine gewisse Zwickmühle stellte die Wendung in der Kriegsführung dar, dadurch dass der Reichsgeneral Erzherzog Karl über den französischen General Jourdan siegte. Die Korrespondenz des Markgrafen mit Wien enthält aus diesem Grund sehr viele Doppelzüngigkeiten.

Reitzenstein wollte demissionieren jedoch wurde von Edelsheim dazu überredet das „Schiff nicht zu verlassen bevor es im sichernen Hafen wäre.“

Am 15.Dezember 1797 erfolgte dann endlich in Paris der Austausch der Ratifikation, des am 17.Oktober von Campo Formio geschlossenen Friedens.

Die Franzosen bewiesen Baden gegenüber sehr viel Langmut, und der französische Gesandte Treilhard beim Rastatter Kongress äusserte „Um sie zu befriedigen, hätte man ein zweites Deutschland zu verteilen haben müssen.“

Der französische Minister Talleyrand äusserte sich über Reitzenstein: „Nach der Art, wie man hier (in Paris) verhandelt, glaubte er wohl exorbitante Forderungen stellen zu müssen, um vernünftige Bedingungen zu erhalten.“

Talleyrand

Insbesondere wollte Treillhard für den Erwerb des Breisgaus sorgen, zur Abrundung des südbadischen Staatengebildes.

Die Kurpfalz zwischen 1787 und 1817

Treilhard unterstrich auch den sentimentalen Wert der Region, in welcher sich die Ruinen des Stammschlosses der Zähringer befanden.

Gemäß dem Frieden von Campo Formio sollte das Breisgau an den Herzog von Modena fallen, welches jedoch für die Verhandlungen von badischer Seite nicht als Hindernis gesehen wurde.

Sie sehen es gab zähe Verhandlungen um jeden einzelnen Flecken in der neu zu formierenden Markgrafschaft Baden.

So könnte man nun detailgetreu die einzelnen Ämter und Herrschaftsgebiete beleuchten, welche Baden in dieser Zeit erwarb, jedoch wollen wir uns auf Mannheim und die Kurpfalz beschränken.

Grundlage hier für bildete der Frieden von Lunéville.

Am 9. Februar1801 wird in Lunéville zwischen Frankreich und Österreich unter Franz II. der Friedensschluss unterzeichnet.

Franz II. der letzte Kaiser des HRRDN

und erste Kaiser Österreichs

Der Friede galt auch für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Der Waffenstillstand zwischen Österreich und Frankreich, dem der Friede von Lunéville folgte, wurde am 25. Dezember 1800 in Steyr in der heutigen Löwenapotheke unterzeichnet.

Dieser Friede beendete den Krieg der zweiten Koalition gegen Frankreich (Koalitionskriege) und bestätigte den Frieden von Campo Formio von 1797.

Frankreich erhielt die seit 1794 besetzten linksrheinischen Gebiete, auf die es schon früher Anspruch erhoben und die es am 4. November 1797 gesetzlich mit dem französischen Staatsgebiet verbunden hatte. Napoléon Bonaparte nahm sie am 9. März 1801 offiziell in Besitz.

Konsul Bonaparte

Außerdem erreichte Frankreich die Anerkennung dreier Tochterrepubliken, der Batavischen (Niederlande), der Helvetischen (Schweiz) und der Ligurischen Republik (Genua). Das Reich wurde zur Entschädigung der von den Gebietsverlusten betroffenen deutschen Fürsten verpflichtet, was 1803 durch den Reichsdeputations-hauptschluss umgesetzt wurde.

Napoleon auf St. Helena 1925

Baden war der Gewinner dieser ganzen Verhandlungen, die Markgrafen erreichten einen Gebietszuwachs wie sonst kein deutscher Fürst.

Später wollte Talleyrand glauben machen, dass Baden nur durch die engen verwandtschaftlichen Beziehungen mit Russland und Schweden diesen Gebietszuwachs zu verdanken hatte.

Jedoch waren die vordergründigen Erwägungen Napoleons, dass ein starker Staat im Süden Deutschlands, welcher sich stets bewusst blieb, dass er seine Existenz ihm zu verdanken hatte, für ihn als Gegengewicht zu Österreich von grossem Nutzen sei.

Am 8.Oktober 1801 schloss Frankreich Frieden mit Russland und in einem geheimen Vertrag vom 10.Oktober regelte Frankreich und Russland die Entschädigung der deutschen Staaten.

Die Gemahlin des neuen russischen Zaren Alexander I. war die Enkelin des badischen Markgrafen Carl Friedrich.

Dies wirkte sich ebenfalls positiv auf die Verhandlungen aus.

Am 17.März 1802 überreichte Reitzenstein Talleyrand eine Denkschrift in der erstmals der Erwerb der rechtsrheinischen Pfalz durch Baden ins Auge gefasst wird.

Der hartnäckigste Gegner dieses Projekts war der russische Gesandte Graf Morkow, und diesen galt es für die badische Seite zu gewinnen.

Morkow erhielt Weisung aus Petersburg, dass er seine Haltung ändern solle und dass.

Für Bayern war es bei den Verhandlungen wichtig, Gebiete zu erwerben, welche mehr mit dem bisherigen Territorium (also Bayern an sich) zusammen hingen.

Der Vertreter Bayerns in Paris war Graf Cetto, jener bezeichnete den Wunsch seiner Regierung, dass das bayerische Gebiet nicht an den Rhein grenze.

Reitzensteín wurde nicht müde, in zahlreichen Plädoyers zu erörtern dass die rechtsrheinische Pfalz nicht zerrissen werden darf und auf keinen Fall in ein Gebiet nördlich und südlich des Neckars eingeteilt werden soll, sondern im Gesamten an Baden übergehen müsse.

Er erörterte, dass für einen zukünftigen Kurfürsten von Baden eine bedeutendere Hauptstadt als Karlsruhe zum Beispiel Mannheim in Frage käme, was er jedoch wieder verwarf, da es an der Grenze des Landes lag. Ebenso musste Heidelberg, mit der verbliebenen Universität, was jedoch auf der rechten Neckarseite lag, Baden einverleibt werden.

Endlich fiel jedoch eine Entscheidung welche Baden mehr als zufrieden stellte.

Vom 16. bis 18.Mai 1802 fand zwischen Talleyrand und Morkow eine Konferenz zur endgültigen Festsetzung des Entschädigungsplanes.

Danach erhielt Baden die pfälzischen Ämter Ladenburg, Bretten und Heidelberg mit den Städten Heidelberg und Mannheim, die Herrschaft Lahr, die rechtsrheinischen Reste der Grafschaft Hanau-Lichtenberg, die Reichsstadt Offenburg, Zell am Hamersbach. Gengenbach, Überlingen, Biberach, Pfullendorf und Wimpfen, die Abteien Schwarzach, Frauenalb, Allerheiligen, Lichtental Gengenbach, Ettenheimmünster, Petershausen und Salmahnsweiler und über alles hinaus noch die KURWÜRDE.

Am 23.November 1802 ist die rechtsrheinische Pfalz mit Mannheim faktisch an Baden übergegangen.

Die faktische Besitzergreifung bedurfte jedoch noch der formal-rechtlichen Sanktionierung durch den Spruch der Reichsdeputation.

Es bedurfte nicht weniger als 46 Sitzungen der Reichsdeputation um dies umzusetzen.

Am 06.Mai 1803 in Regensburg wurde die Reichsdeputation endgültig verabschiedet.

Das kurfürstlich badische Wappen

Es nahte der Augenblick, wo nun die Pfälzer und die Mannheimer zum ersten Mal ihren neuen Landesherren Carl Friedrich, der am 8.Mai die Würde und den Titel eines Kurfürsten angenommen hatte, begrüssen und ihm huldigen sollten.

 

Huldigung in Mannheim

 

Es mag manchen treuen Pfälzern sehr schwer gefallen sein, sich von dem angestammten Herrscherhaus zu lösen. Gerade unter der Regierung der zweier letzten Kurfürsten Carl Theodor und Carl Philipp

Erlebte Mannheim seine Blütezeit.

Carl Friedrich von Baden 1805

Jedoch eilte Carl Friedrich von Baden ein sehr guter Ruf voraus, er galt als vortrefflicher Regent und treufürsorgender Landesvater, welcher schon im Herbst seiner Jahre stand.

Jeder war somit froh, eine Änderung der durch den langwierigen Krieg eingetretenen Zustände zu erhoffen.

Nun galt es also die Huldigungsfeierlichkeiten vorzubereiten.

Bereits im Dezember 1802 bat der Mannheimer Stadtdirektor Rupprecht den badischen Kommisar und geheimen Rat von Wöllwarth, recht frühzeitig den Termin der Huldigung bekannt zu geben, da somit ein grösserer Zuzug von Fremden zu erwaten sei.

Wöllwarth war den Mannheimern wohl nicht so wohl gesinnt, denn in einem nicht gerade positiv gesinnten Schreiben an Minister Edelsheim schrieb er, dass sich die Mannheimer sogar durch die Gegenwart des Kurfürsten einen finanziellen Vorteil erwarten.

Wesentlich viel freundlicher reagierte jedoch Edelsheim der an Freiherr von Gemmingen, den badischen Gesandten in Wien nach der Huldigung folgendes schrieb:

„Die Aufnahme des Kurfürsten in diesem Teile der Pfalz und ganz besonders in der guten Stadt Mannheim war unendlich schmeichelhaft und befriedigend für seine Kurfürstliche Hoheit, und jeden Tag empfängt Sie neue Beweise der Zuneigung und Ergebenheit Ihrer neuen Untertanen.

Die Feier der Leistung des Huldigungseides am 7.laufenden Monats war wahrhaftig in jeder Beziehung interessant.

Man muss zugestehen, dass, abgesehen von dem günstigen und sicher wohlverdienten Ruf, der überall unserem Kurfürsten vorausgegangen ist, die frühere Regierung offenbar nichts hat unterlassen wollen, um on dem Teil der Pfalz, der bei der Teilung uns zugefallen ist, das glühendste Verlangen nach diesem Tausche zu erwecken.“

Bereits im Jahr 1803 druckte Ferdinand Kaufmann in Mannheim eine Schrift über diese Huldigungsfeierlichkeit.

Hieraus sei das wichtigste zitiert:

 

 

Bereits im Januar 1803 hatte man den neuen Landesherren erwartet, doch musste aus mehreren gründen ein Aufschub der Feier bis zum Juni eintreten.

Schon längere Zeit vor der Huldigung begannen die Bürgertruppen an Sonn- und Feiertagen sich in den Waffen zu üben:

Die schon früher bestehenden Korps waren:

1.)   eine Reiterkompagnie, errichtet 1792 zum Regierungsjubiläum des Kurfürsten Carl Theodors, ihr Führer war Rittmeister Hofmann.

2.)   4 bürgerliche Infanteriekompagnien

3.)    sowie eine bürgerliche Schützenkompagnie

 

Zur Verherrlichung der Huldigungsfeier waren aber noch folgende neue Korps gebildet worden.

1.    die bürgerliche Artillerie

2.    ein Infanteriekorps junger, lediger Bürger mit blau-gelben Unterkleidern

3.    ein Korps leite Reiterei

4.    ein Korps junger Bürgersöhne, blau mit weissen Westen und Beinkleidern

 

Die verwitwete Frau Erbprinzessin von Baden sandte zwei Bandschleifen als schmeichelhafter Beweis ihrer Huld. Darauf waren die Worte gestickt: Mannheims guten Bürgern zum Angedenken.

Am 30. Mai fand die feierliche Anheftung dieser Schleifen an die Leibfahnen der Infanterie und die Standarte der Kavallerie statt.

 

Am 2.Juni, nachmittags gegen 4 Uhr betrat der Kurfürst, der in Neckarau zu Pferde gestiegen war, die städtische Gemarkung unter Glockengeläute und Kanonendonner und hielt nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Stadtdirektors und Regierungsrates Rupprecht, eskortiert durch die bürgerliche Kavallerie seinen feierlichen Einzug durch das Heidelberger Tor und die Planken bis zum Pfälzer Hof vor dem Schloss. 

Am 3. Juni war Festvorstellung im Theater, eröffnet durch einen Prolog, der von Herrn Georg Römer gedichtet und von der erste  tragischen Schauspielerin Madame Ritter, mit Würde und Begeisterung gesprochen wurde.

Dann folgte die grosse Oper PALMIRA von Salieri.

Der 4. Juni war der Jugend Mannheims gewidmet.  Dieser Tag muss ganz besonders hübsch gewesen sein, denn 12 Mädchen, erwachsene Töchter von Mannheimer Bürgern, wurden im Schloss der Herrschaft vorgestellt und übergaben unter huldigenden Ansprachen Blumensträusse an den Kurfürsten, die Erbprinzessin, die Gräfin Hochberg und deren Tochter.

Auf den Planken hatte sich inzwischen die Schuljugend gesammelt und zog nach Schulen geordnet mit ihren Lehrern nach dem Schloss.

Abordnungen der einzelnen Schulen, Knaben und Mädchen, überbrachten dem Kurfürsten Huldigungsgaben mit begleitenden Gedichten und Ansprachen.

Vom Balkon des Schlosses herab, sah dann der Kurfürst all die anderen

im Schlosshof versammelten Kinder, die ihn jubelnd begrüssten.

Der Thron für den Audienzsaal im Mannheimer Schloss

 

Am Sonntag, den 5. Juni, nahm der Hof am Gottesdienst in der evangelisch-lutherischen Stadtkirche (der heutigen Konkordienkirche) teil.

Die Hofmusik führte eine von Römer gedichtete und vom Kapellmeister Ritter in Musik gesetzte Kantate auf, dann folgte die Predigt des Pfarrers Leibnitz und am Abend wurde das Trauerspiel Regulus von Colin aufgeführt.

Am 6. kamen die Heidelberger und Bruchsaler Bürgertruppen hier an und wurden in der Stadt einquartiert. Am Abend war Konzert im grossen Saal des Schlosses.

Die eigentliche Huldigungsfeier fand jedoch am 7. Juni statt.

Eine Darstellung dieser Feier mit offiziellen reden und Ansprachen des Hofratspräsidenten von Hövel, des Staatsminister von Edelsheim und des Stadtdirektors hier wiederzugeben wäre zu viel.

Die nächsten Tage nach der Huldigung waren hauptsächlich dem Besuch der Gotteshäuser sämtlicher Konfessionen, der katholischen, der deutsch-reformierten und der israelitischen gewidmet.

Vor dem besuch der Jesuitenkirche besichtigte der Kurfürst das Jesuitenkollegium. In einer Rede verwies der Schuldirektor darauf hin, dass das Kollegium über 70 Jahre die Huld der Herrschaft genoss und dass das Land und die Stadt glücklich sei, dass es ihnen vergönnt sei, in dem neuen Landesherren einen Kenner, Förderer und Schützer der literarischen Bildung begrüssen zu düfen.

Nach dem Gottesdienste besuchte der Kurfürst noch die im Kollegiumsgebäude eingerichte Rumford´sche Suppenküche. Er kostete diese Speise und verlies dann die Anstalt.

Zur Erinnerung an den Aufenthalt des Kurfürsten in der Stadt, lies die Stadt Mannheim noch eine Denkmünze schlagen, welche in Gold und Silber ausgeprägt wurde.

Bis zum 27.Juni weile Kurfürst Carl Friedrich in Mannheim, dann verließ er die Stadt um dem Wunsch der Heidelberger zu entsprechen und ihren neuen Landesherren in ihrer Stadt begrüssen zu dürfen.

Bis 28.Juni dauerten noch die ganzen Festlichkeiten in den übrigen Teilen der Pfalzgrafschaft.

Mit schie überschwänglichen Worten schliesste der Berichterstatter:

 

Unzählig sind die Beweise von Güte und  Tugend, welche dieser weise Fürst seinen neuen Untertanen gegeben hat.

Kein Bedrängter ging ohne Hilfe von Ihm; Er hat Tränen im Stillen getrocknet, denn der Erhabene hasste den Prunk und verbreitete Wohltaten ohne Geräusche.

Ihm lohnt ein Herz !

 

Bewohner der Pfalzgrafschaft, ihr habt nun den Edelsten der Herrscher gesehen, richtet aufwärts eure Blicke und danket dem Allvater, dass er Euch, die Ihr verwaist waret, diesen zum Fürsten gab.

Ein Menschenfreund gibt Euch nun Gesetze, euer Glück, eure bürgerliche Wohlfahrt sind hienieden seines Strebens hohes Ziel!

 

Haltet was ihr schworte: Seid Ihm ergeben wie Kinder ihrem Vater, und eure Liebe, eure Treue sei das schönste Vermächtnis, das Ihr euren Nachkommen hinterlasst!

 

Baden von Napoleons Gnaden

Das grossherzoglich Badische Wappen 1806

Die badische Krone

 

 

Zur Gestaltung dieses Vortrages bediente ich mich zum Teil einer Abhandlung von Herrn Professor Hermann Theobald aus dem Jahre 1903.

 

MANNHEIM UND DIE KURPFALZ WAREN NUN VORTAN BADISCH !

 

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!

 

 

 

 

 

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